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Komfort geht vor Sicherheit: Deutsche ist Datenschutz nicht so wichtig

Autofahren ohne Führerschein und Versicherung ist im
Straßenverkehr undenkbar, doch ist im Netz keine Seltenheit.

im Rahmen einer Studie, die Bullguard
in Auftrag gegeben hatte, wurden 1.000 Verbraucher in Deutschland zum
Datenschutz befragt. Die Umfrage kam zum Ergebnis, dass eine erhebliche
Lücke zwischen Datenschutzbedenken und tatsächlichem
Verhalten im Netz besteht: Rund jeder Zweite macht sich zwar Sorgen um
den Schutz seiner persönlichen Daten. Entsprechende
Maßnahmen werden aber nicht ergriffen: Sieben Prozent der
Deutschen verlassen sich allein auf die Schutzfunktionen ihres
Computers oder Smartphones.

Sorge um Sicherheit und
Datenschutz

Wenn sie ein öffentliches WLAN nutzen, machen sich 62 Prozent
der Deutschen Sorgen um ihre persönlichen Daten.
Sie sind sich dabei einig: Finanzauskünfte sind
besonders kritisch. Rund zwei Drittel aller Befragten haben Angst, dass
diese Informationen bei einem Hack gestohlen werden könnten.
An zweiter Stelle stehen Passwörter. Rang 3 belegt
für die Deutschen die Angst um Bilder und Videos.

Gleichzeitig ist den Studienteilnehmern bewusst, welche
Unternehmen und Organisationen zu den Datensammlern gehören.
Hier das Ranking der Befragten, wer ihrer Meinung nach ihre
Online-Aktivitäten verfolgt:

1. Suchmaschinen wie Google (71 Prozent der Deutschen)

2. Social-Media-Plattformen und Messenger, z.B. Facebook und Whatsapp
(65 Prozent)

3. Online-Händler wie Amazon (61 Prozent)

4. Internet-Browser (57 Prozent)

5. Internetanbieter (44 Prozent)

Leider sind diese Sorgen nicht unberechtigt: Hacker fangen gezielt
Informationen ab, indem sie zum Beispiel eigene WLAN-Netzwerke mit
glaubwürdigen Bezeichnungen wie „Free Airport
Wi-Fi“ einrichten. Sie erhalten so Zugriff auf Benutzernamen,
Passwörter, Kreditkartendaten oder Bankkontoinformationen.

Komfort
überwiegt Bedenken

Schutz vor solchen Szenarien würde ein virtuelles privates
Netzwerk bieten, ein sogenanntes VPN (Virtual Private Network). Es
überträgt Daten verschlüsselt, wird aber
kaum genutzt: 86 Prozent der Befragten nutzen beim Surfen im
öffentlichen WLAN kein VPN .  Nutzer entscheiden sich
also für Komfort statt Sicherheit bei der Nutzung von
öffentlichem WLAN. Sie ignorieren ihre Bedenken, um
möglichst einfach und schnell ins Internet zu kommen.

Ähnliches gilt für den Internetzugang daheim: sieben
Prozent der Deutschen setzen allein auf die Standardeinstellungen ihres
Browsers oder Internet-Providers.

Immerhin nutzen 69 Prozent der Deutschen zur Absicherung eine
Antivirensoftware. Diese schützt Nutzer zwar effektiv vor
Malware. Sie verbirgt jedoch weder die IP-Adresse, noch verhindert sie,
dass die Online-Aktivitäten von Dritten überwacht
werden.

Die Studie zeigt damit auch, dass in vielen Köpfen noch
Sicherheit und Datenschutz gleichgesetzt werden. Damit bedeutet
Sicherheit eben nicht unbedingt, dass wir keine Daten von uns
preisgeben.

Published inComputer